Summet dem Herrn ein neues Lied – Liederbuch zum Summen

Summet dem Herrn ein neues Lied – Liederbuch zum Summen

Der Pulheimer Kantor, Wolfgang Schulz-Pagel, begegnet der Sprachlosigkeit der Corona-Krise auf besondere Weise.

Auf einem alten Klavier mit einem ungewöhnlich warmen Klang sind in diesem Frühjahr besondere Kompositionen entstanden. Der Pulheimer Kantor, Wolfgang Schulz-Pagel, hat Stücke ganz bewusst ohne Texte komponiert, um sie damit zum Summen geeignet zu machen. „Normalerweise vertone ich Texte, jetzt habe ich mich nur für Melodien entschieden.“

Liederheft zum Summen

Das im Mai im Strube Verlag erschienene Heft enthält vier Lieder unter dem Titel „Summet dem Herrn – 4 geistliche Melodien in Corona-Zeiten“. Aus der Not des durch die Pandemie bedingten „im Gottesdienst nicht mehr singen Dürfens“, wollte der Kölner Musiker eine Tugend machen. Er schuf kurze Stücke unter den Oberbegriffen „Feierlich, Ernst, Sommerlich leicht und Entschlossen“, die mitgesummt werden können.

Im Vorwort zum Heft erläutert der Komponist sein Konzept und schreibt: „Vielleicht entstehen ja während des Summens bei jedem einzelnen im Kopf ganz eigene Ideen.“ Meditativ darf sich jeder Summende also entweder auf die Melodie konzentrieren, Sätze wie bei den Taizé-Gesängen wiederholen oder aktiv einen Liedtext erschaffen. So individuell wie die Nutzerinnen und Nutzer des Heftes werden letztlich auch die Ideen und Texte zu seinen Stücken sein, vermutet der Kantor und sagt, dass die Lieder von allen Generationen kreativ mit dem Inhalt gefüllt werden sollen, den der jeweilige Mensch gerade braucht.

Die Rolle der Musik

Wolfgang Schulz-Pagel erläutert seine Motivation so: „Für mich ist Musik wie tanken – ich tanke Klänge, und dann fahre ich kraftvoll gestärkt durch’s Leben. Ich fand es bedauerlich, dass in den Gottesdiensten in den Wochen des Lockdowns genau das untersagt war, was das Gemeinschaftsgefühl im Gottesdienst in besonderer Weise ausdrückt und uns Halt gibt – die Musik und das Singen.“

Eine bedrückende Sprachlosigkeit sei die Folge gewesen, in einer Zeit, in der im Gegenzug dazu, Sprache in den Medien in Form von Dystopien, Prognosen, Analysen und Verboten regelrecht auf die Menschen einstürmte. Aus dem Gedanken, wie dieser Situation zu begegnen sei, wurde das Heft zum Summen. „Summen ist gesund, es senkt den Blutdruck, verlangt eine sehr bewusste Atemtechnik und beruhigt“, ist der Komponist sicher. Er berichtet, dass von Seiten des Verlags schon einige positive Resonanz gekommen sei. „Die Leute, die das Heft gekauft haben und es nutzen, sind inzwischen schon regelrecht eingesummt“, berichtet er schmunzelnd.

Ausblick

Im Augenblick nutzt Wolfgang Schulz-Pagel das Klavier mit dem warmen Klang, das einst seiner Mutter gehörte, wieder. „Ich beginne gerade damit, Weihnachtslieder zum Summen zu komponieren“, verrät der Musiker lächelnd. Denn, so seine Hoffnung, ist das Summen vielleicht eine Idee für die Zukunft. Nicht als Ersatz für das Singen, aber als eine willkommene Ergänzung, die die Fantasie des Summenden auf stressfreie Weise anregt.

Das Liederheft „Summet dem Herrn“ ist im Strube Verlag erhältlich. Es kostet 8 Euro.

www.strube.de

Text: Katja Pohl
Foto(s): APK

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