„Lobby für Mädchen“ ist auch in Corona-Zeiten für Mädchen und junge Frauen da

„Lobby für Mädchen“ ist auch in Corona-Zeiten für Mädchen und junge Frauen da

In Krisenzeiten wird noch deutlicher als im normalen Alltag, dass viele von Benachteiligung betroffene Personengruppen Unterstützung und Hilfsangebote benötigen. Auch Mädchen und junge Frauen können von struktureller Benachteiligung und schwierigen Lebenslagen betroffen sein. In einer Ausnahmesituation wie die derzeitige Corona-Krise, können sich Probleme in der Familie verschärfen, Stress und Angst vor der Zukunft überwältigend wirken.

Mit „Lobby für Mädchen“ ist eine Anlaufstelle auch in Zeiten von Corona für Mädchen und junge Frauen da. Der Verein „Lobby für Mädchen“ informiert und berät Mädchen und junge Frauen in allen Lebenslagen und setzt sich kommunal und auf Landesebene gegen Benachteiligungen ein und arbeitet interkulturell und parteilich. Die Beratungszentren sind zwar zurzeit geschlossen, aber es gibt zahlreiche digitale Angebote. So ist „Lobby für Mädchen“ derzeit telefonisch oder per Mail erreichbar. Eine Online Beratung unter www.lobby-fuer-maedchen.de rundet die Möglichkeiten ab. Die M(a)BI – Mädchen(aus)bildungsinitiative bietet außerdem auch telefonische Unterstützung zur Vorbereitung für Abschlussprüfungen an.

Geleitet wird „Lobby für Mädchen“ von Frauke Mahr. Die Geschäftsführerin ist die erste Preisträgerin des neuen Else-Falk-Preises der Stadt Köln. Die Diplom-Sozialpädagogin und ausgebildete Supervisorin wurde für ihr unermüdliches Engagement für eine geschlechtergerechte Gesellschaft ausgezeichnet. Mahr ist ebenfalls maßgeblich am Projekt EDELGARD beteiligt, einer Schutz- und Anlaufstelle für Frauen und Mädchen, die von Übergriffen betroffen sind. Mit der Auszeichnung würdigt die Stadt Köln Frauke Mahr als Vorbild, da sie seit 50 Jahren für Frauenrechte kämpft und zum Beispiel in Köln das erste Frauenhaus eröffnet hat. Sie ist auch maßgelblich am Projekt EDELGARD beteiligt, einer Schutz- und Anlaufstelle für Frauen und Mädchen, die von Übergriffen betroffen sind. Mahr bezeichnet sich selbst als „penetrant, phantasievoll und zuverlässig aktiv in Sachen Mädchen- und Frauenrechte“.

Die Arbeit von „Lobby für Mädchen“ wird auch von den evangelischen Kirchenkreisen durch Spenden aus Kollekten gefördert. Zwischen dem Evangelischen Kirchenverband Köln und Region gibt es eine anhaltende und gute Verbindung zu der Preisträgerin. „Neben der materiellen Unterstützung ist auch das Wissen um die gemeinsamen Haltungen und Ziele ein wichtiger, stärkender Faktor“, so Frauke Mahr. Im Haus der Evangelischen Kirche gab es in der Vergangenheit zum Beispiel Benefiz-Lesungen mit der Preisträgerin.

Überzeugt von dieser Arbeit, hatte die Gleichstellungsbeauftragte des Kirchenverbandes, Angelika Clüver, zusammen mit der Frauenbeauftragten des Kirchenkreises Köln-Mitte, Heike von Hagen, das Bewerbungsschreiben des „Arbeitskreises Kölner Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten“ formuliert, das an die Stadt Köln ging. Frauke Mahr war eine von insgesamt 18 vorgeschlagenen Kandidatinnen für den Preis und wurde die erste Preisträgerin des Else-Falk-Preises.

In ihrer Dankesrede appellierte Frauke Mahr: „Gegen die Geringschätzung von Mädchen und Frauen, die Abwertung, die Verachtung bis hin zum Frauenhass, möge sich eine breite gesellschaftliche Front aufstellen! Ich wünsche mir, ein breites Bündnis Kölner Bürgerinnen und Bürger, die in Anerkennung der Gewalt und Benachteiligung, die viele Mädchen und Frauen erleiden, gemeinsam aktiv werden, auf die Straße gehen, Aktionen machen, Konzerte geben und Stellung beziehen. Mit der Kölner Initiative gegen sexualisierte Gewalt im öffentlichen Raum und dem Konzept EDELGARD haben wir einen ersten Schritt in diese Richtung gemacht.“

Der Kölner Frauenpreis trägt den Namen Else-Falk-Preis und ist dotiert mit einem Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro und einer Urkunde. Die Namensgeberin Else Falk, geboren 1872, war Sozialpolitikerin und Frauenrechtlerin und von 1919 bis 1933 Vorsitzende des Stadtverbandes Kölner Frauenvereine. Zusammen mit Alice Neven DuMont gab sie ein Nachrichtenblatt des Stadtverbandes heraus. Unter anderem machte sie sich für das Frauenwahlrecht stark. In Köln sind zahlreiche Straßen nach ihr benannt.  Weitere Informationen: www.lobby-fuer-maedchen.de, www.edelgard.koeln

Text: Angelika Clüver / APK
Foto(s): Pascal Nordmann

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