Kirchenmusik in Corona-Zeiten

Kirchenmusik in Corona-Zeiten

Zwei Beispiele, wie derzeit Gottesdienst mit besonderer Musik gefeiert werden kann…

In der Antoniterkirche an der Schildergasse ist bereits die Krippe vor dem Altar aufgebaut. Sie wird am Nikolaus-Sonntag, 6. Dezember, die optische Kulisse für den nächsten Kantatengottesdienst bilden. Dann kommt ab 18 Uhr ein kleines Ensemble aus dem Rechtsrheinischen ins Kölner Zentrum und führt die Solo-Kantate „Vor des lichten Tages Schein“ von Georg Philipp Telemann auf. Die vier Mitwirkenden sind Gertraud Talhammer (Sopran), Christoph Mayer (Violine) und Mathias Hudelmayer (Violoncello). Die Leitung hat die Bergisch-Gladbacher Kantorin Susanne Rohland-Stahlke, die das Stück von der Truhenorgel aus dirigiert und begleitet. Dazu spielt Antoniter-Kantor Johannes Quack einige Orgelwerke von Johann Sebastian Bach an der großen Peter-Orgel; die Liturgie gestaltet Pfarrer Christoph Rau.

Kantatengottesdienstreihe

Die Reihe der Kantatengottesdienste in der Antoniterkirche gibt es seit 1985. Damals – zu Bachs 300. Geburtstag – führte der damalige Kantor Karl Achilles mit zahlreichen Kölner Kolleginnen und Kollegen ein Jahr lang jeden Sonntag eine Kantate des Thomaskantors auf. Heute, 35 Jahre später, werden die Kantatengottesdienste an ausgewählten Sonntagen musikalisch gefeiert. Das Corona-Jahr hatte mit all seinen Einschränkungen auch auf diese beliebte Gottesdienstreihe nachhaltigen Einfluss. Da Chöre wegen der beim Singen weit fliegenden Aerosole und der großen Abstandsregelungen derzeit kaum singen können, mussten die Kölner Kirchenmusiker kreativ umdenken. Anstelle der großen Bach-Kantaten mit Chören und Solisten werden derzeit Solo-Kantaten anderer Barock-Komponisten in kleiner Besetzung aufgeführt. So kann das hochwertige musikalische Angebot, das Kölner Kirchenmusikerinnen und -musiker in der Antoniterkirche gestalten, zumindest fortgesetzt werden.

Trinitatiskirche

Neben der Antoniterkirche gibt es mit der Trinitatiskirche eine zweite wichtige evangelische Kulturkirche. Hier kümmert sich Wolf-Rüdiger Spieler als Programm- und Organisationsleiter seit 2009 um ein hochkarätiges und vielfältiges Kulturprogramm mit viel Musik. Auch hier ist die Situation Corona-bedingt ganz anders als sonst. Da Konzerte durch die Behörden komplett abgesagt sind, kann öffentliche Kirchenmusik in diesen Wochen nur während der Gottesdienste stattfinden. Zu einem solchen musikalischen Gottesdienst lädt die Trinitatiskirche, Filzengraben 4, am Samstag, 12. Dezember ein. Im Rahmen der „Orgelvesper“ erklingt dann ab 18 Uhr festliche Musik für Trompete und Orgel. Dieser musikalisch-konzertante Gottesdienst ist als spirituelle Atempause am Wochenende mit Orgelmusik und sparsamer Liturgie konzipiert.

Orgelvesper am 12. Dezember

Die Orgelvesper am 12. Dezember wird dann auch die erste Veranstaltung in der frisch umgebauten und renovierten Trinitatiskirche sein, die seit März stattfindet. Die Liturgie gestaltet die Lindenthaler Pfarrerin Ulrike Gebhardt, das Musikalische liegt in den Händen des Trompeters Pedro Henrique de Souza Rosa und des Organisten Wolf-Rüdiger Spieler. Beide Musiker haben ein klangvolles Programm mit barocker Musik von Händel, Bach, Charpentier und Clarke zusammengestellt.

Der Eintritt zum Kantatengottesdienst am 6. Dezember wie auch zur Orgelvesper am 12. Dezember ist frei. Am Ausgang wird um eine freiwillige Spende zur Deckung der Kosten gebeten.

Text: Wolf-Rüdiger Spieler
Foto(s): Wolf-Rüdiger Spieler

Der Beitrag Kirchenmusik in Corona-Zeiten erschien zuerst auf Evangelischer Kirchenverband Köln und Region.